Accuphase E-207 Bj.1992
Vor einigen Tagen erreichte mich ein Accuphase E-207 zur Reparatur. Die Fehlerbeschreibung lautete: Die Tasten des Eingangswahlschalters (Input-Selector) sind derart schwergängig, dass sich die Quellen nicht mehr auswählen lassen.
Da ich diese Geräte gut kenne und das klare, aufgeräumte Design sowie die erstklassige Qualität der Bauteile sehr schätze, dachte ich mir: „Das wird ein Kinderspiel – da klemmt wohl nur etwas, das ist schnell behoben.“
Sichtkontrolle:
Das Gerät war – für sein Alter von 34 Jahren äußerlich in einem hervorragenden Zustand. Beim Öffnen offenbarte sich das Innenleben in gewohnt tadellosem Verfassung, ohne jegliche Spuren früherer Reparaturen. Doch die Schwergängigkeit der Umschalter blieb mir zunächst rätselhaft.
Fehlersuche:
Daher wurden die Schalter ausgelötet. Jetzt war klar, was hier passiert ist: Eine dicke Schmierschicht verhinderte das Bewegen und gegenseitige Auslösen der Tasten. Hier hat eine Laie in vermutlich guter Absicht eine halbe Dose eines völlig ungeeigneten Kontaktmittels versprüht.
Bei uns wird so etwas niemals verwendet da ich schon in jungen Jahren schlechte Erfahrungen damit gemacht habe. Alle Schalterrestaurationen bei Creamus werden mit einem speziell entwickelten mechanischen Verfahren durchgeführt. Zugegebenermaßen sehr aufwändig, doch bisher völlig reklamationsfrei!
Accuphase wurde 1972 von ehemaligen Kenwood – Mitarbeitern in Yokohama (Japan) gegründet, mit dem Ziel, das technisch machbare im Audiobereich umzusetzen, unter Verzicht auf die hohen Stückzahlen des Massenmarktes. Diese Philiosophie hat bei Accuphase bis heute Gültigkeit und wird nach wie vor konsequent im Hochpreissegment umgesetzt. Klangliche Alternativen gibt es heute natürlich auch preiswerter, wobei die Materialqualiät der Japaner nach wie vor Maßstäbe setzt!
Auf der linken Seite sehen Sie die ausgebauten Einzelteile des Schalters. Die Restauration erinnert stark an Uhrmacherarbeit. Hohe Konzentration und Ruhe, erstklassige Beleuchtung, Digitalmikroskop und Feinmechaniker – Werkzeug sind Bedingung für eine erfolgreiche Instandsetzung.
Am Umschalter – Gehäuse sehen Sie noch Reste der Schmieraktion eines Vorreparateurs.
Auf der linken Seite sehen Sie die ausgebauten Einzelteile des Schalters (unten nach der Reinigung). Die Restauration erinnert stark an Uhrmacherarbeit. Hohe Konzentration und Ruhe, erstklassige Beleuchtung, Digitalmikroskop und Feinmechaniker – Werkzeug sind Bedingung für eine erfolgreiche Instandsetzung. Am Umschalter – Gehäuse sehen Sie noch Reste der Schmieraktion eines Vorreparateurs.
Nach der Intensivreinigung und Konservierung erfolgt der Zusammenbau. Danach muss die Mechanik exakt justiert werden, damit die Umschaltmechanik einwandfrei funktioniert.
Anschließend folgt die Messung aller Kontakte unter Last mit einem speziellen Mikroohmmeter. Nur so kann die Qualität der restaurierten Kontakte geprüft werden, ein Multimeter kommt hier nicht infrage.
Nach dem Zusammenbau des Gerätes und dem obligatorischen Ruhestromabgleich folgt ein mehrtägiger Probelauf.


